Transatlantische Freihandelsabkommen

Freihandel schafft Arbeitsplätze - nur wie viele, wo und welcher Art?

Thema "Beschäftigungsgewinne": Die Studie der Bertelsmann Stiftung prophezeit die Schaffung von über zwei Mio. Arbeitsplätzen. Je 1 Million für die EU und die USA. Deutschland: 180.000. In Summe im Verlauf von 10-20 Jahren. Geht man von 15 Jahren aus, dann sind das für Deutschland gerade einmal 12.000 neue Arbeitsplätze durchschnittlich pro Jahr. Wieviele Arbeitsplätze würden da auf Baden-Württemberg entfallen bei 17 Bundesländern? Verschwindend wenige.

 

Lohn- und Sozialdumping? VER.DI findet es alarmierend, dass die USA bisher nur 2 der 8 ILO-Kernarbeitsnormen ratifiziert haben. In den USA ist deshalb die Vereinigungs- und Kollektivverhandlungsfreiheit beträchtlich eingeschränkt. Dies koenne mit TTIP sehr negative Auswirkungen auf Löhne und Sozialstandards (z.B. gewerkschaftliche Arbeitnehmervertretung) haben.

 

Vom Freihandel profitieren insbesondere exportorientierte Groß-Unternehmen (z.B. Automobilhersteller, Maschinenbauer, Elektro- und Chemieindustrie), während der Großteil der in der Regel kleineren Unternehmen auf dem Binnenmarkt durch die verstärkten Importe verstärkt unter Druck geraten würden. Arbeitnehmer von dadurch in Konkurs geratende Firmen, wechseln laut Theorie einfach in die boomenden Exportbranchen europaweit. Probleme aufgrund von Zeitverzögerungen, nicht passender Qualifizierung, Kultur- und Sprachdifferenzen bleiben im Modell unberücksichtigt. Selbst eine Entvölkerung ganzer Landstriche mit erheblichen sozialen und strukturellen Verwerfungen ist im dahinterliegenden Wirtschaftsmodell kein Problem. Diese nicht-unternehmens-relevanten Probleme würden den Kommunen und den Bundesländern überlassen.